Virtuelle Liebe – Verlieben übers Netz, geht das?

Virtuelle Kontakte auf dem Tablet

Virtuelle Liebe, klingt zunächst einmal etwas „spooky“. Wie soll man sich in einen Mensch verlieben, welchen man nur vom Schreiben her kennt? Zudem mangelt es an Nähe, gemeinsamen Erlebnissen und auch an Zärtlichkeiten, welche sich wahrlich nicht über den PC oder übers Telefon austauschen lassen.

Alles, was eine virtuelle Liebe zusammenhält, sind schöne Worte, anregende Fotos, eine liebevoll klingende Stimme am Telefon. Reicht dies aus, um daraus eine Liebe zum Leben zu erwecken, welche auch im realen Dasein Bestand hätte?

Laut einer Umfrage glauben viele Singles an die virtuelle Liebe. Sie ist so schön romantisch und mit so vielen Erwartungen und Sehnsüchten gespickt, dass selbst der beste Liebesfilm im Zweifelsfall kaum mithalten kann. Bittersüß ist der brennende Liebesschmerz, welcher virtuell verliebte Paare immer fester zusammenschweißt, die sich gar nicht mal so selten vor einem realen Traualtar wiederfinden.

Am Anfang stehen geteilte Träume und der Wunsch nach mehr

Hätte man Anja (34) vor einem Jahr erzählt, dass sie sich in einen virtuellen Single verlieben würde, dann wäre ihre Antwort definitiv „das kann nicht sein!“ gewesen. Anja, welche mit beiden Beinen fest auf dem Boden steht, war bislang nämlich der Meinung, dass wahre Liebe ausschließlich im realen Austausch stattfindet – eben einen fassbaren Bezug zur Realität besitzen muss. Sicher flirtete Anja online ganz gerne. Dies waren dann aber eher kleine „Spielchen“, welche sie sich nebenbei gerne mal gönnte. Etwas Ernstes daraus zu machen, dies kam Anja nicht in den Sinn.

Doch das Schicksal kann manchmal sehr überzeugend sein.

So kam es, dass Anja bei ihren allabendlichen Online-Flirt-Spielchen auf Karim (32) stieß. Zunächst verhielt es sich wie in jedem ihrer vielen Flirt-Chats zuvor. Man tauschte Nettigkeiten aus, verfing sich in amüsanten, absolut unterhaltsamen Nebensächlichkeiten und gönnte sich zudem den Austausch von Fotos, welche etwas über die eigene Persönlichkeit erzählen sollten.

Plötzlich traf es Anja wie der berühmte Blitz aus heiterem Himmel.

Es waren Karims dunkle Augen, welche eine enorme Faszination auf Anja ausübten. Sie konnte ihre Blicke nicht von Karims eindrucksvollen Fotos lassen. Gefühle, Gedanken, Wünsche und Träume stiegen in Anja hoch. Was war nur los mit ihr? „Es sind doch nur Fotos“, murmelte sie damals leise vor sich hin und musste über sich selbst schmunzeln. Der Flirt-Chat neigte sich dem üblichen Ende zu und Anja versuchte Karim als weiteren X-beliebigen „Signore Amoroso“ zu den Akten zu legen. Doch schon am nächsten Tag zog es sie magisch zu Karim hin. Sie überschlug sich förmlich, ihren PC einzuschalten.

“Lass ihn bitte da sein“, flehte eine Stimme in ihr.

Und Karim war da. Und auch die nächsten Tage und Wochen war Karim immer dann online, wenn auch Anja sich in virtuellen Kreisen bewegte. „Irgendwie fühle ich mich dir sehr verbunden. Du weckst Gefühle in mir, welche unglaublich tief gehen. So etwas habe ich wirklich noch nie zuvor erlebt.“

„Und dies rein virtuell! Ganz schön verrückt, oder?“, verkündete Karim eines Tages. Anja fiel in diesem Moment ein riesengroßer Stein vom Herzen, denn auch sie hatte das Gefühl, Karim schon eine Ewigkeit zu kennen. Sie wollte mehr von Karim und ließ ihn dies auch wissen. Fortan telefonierten und chatteten die beiden in jeder freien Minute. Persönlich kennengelernt haben sich Anja und Karim erst nach fünf langen Monaten. „Es fühlte sich alles so ehrlich, so natürlich und so unglaublich selbstverständlich an.“, erzählen beide.

Demnächst beziehen Karim und Anja eine gemeinsame Wohnung. Zukunftspläne haben die beiden Turteltauben natürlich auch, aber die werden (noch) nicht verraten.

Wahre Liebe virtuell finden
Virtuelle Liebe kann durchaus funktionieren

So wird die virtuelle Liebe ein Erfolg

Die Liebe ist recht eigenwillig und bestimmt ihren Weg selbst. Psychologen sind sich eins: die virtuelle Liebe ist mit der realen Liebe durchaus vergleichbar.

Was aber braucht die virtuelle Liebe, um sich auch noch nach dem ersten Date richtig und gut anzufühlen?

Hier ein paar heiße Tipps, wie man aus der sehnsuchtserfüllten virtuellen Liebe etwas ganz Großes entstehen lässt:

  • Als erstes ist es immens wichtig, an die rein virtuelle, also an die Liebe auf Distanz zu glauben und ihr eine reelle Chance einzuräumen.
  • Zeit geben lautet das Zauberwort. „Ich liebe dich“ ist schnell dahingeschrieben. Man sollte sich seiner Gefühle sicher sein, bevor man Liebesbekundungen von sich gibt. So erspart man sich und seinem virtuellen Gegenüber eine etwaige Enttäuschung.
  • Ein weiterer wichtiger Schritt: Ehrlich sein, schrittweise Vertrauen aufbauen und Fragen stellen. Nur so können virtuelle Paare Gemeinsamkeiten herausfinden und Träume miteinander verknüpfen.
  • Realistische Fern- und Nahziele setzen: das erste Date planen und vielleicht sogar eine gemeinsame Urlaubsreise in Angriff nehmen.
  • Und ganz viel gemeinsam virtuell träumen — denn aus virtuellen Träumen kann eine schöne Zukunft erwachsen, welche von hautnaher, echter Liebe gekrönt ist.

„Zu späte Erfüllung einer Sehnsucht labt nicht mehr. Die lechzende Seele zehrt sie auf wie glühendes Eisen einen Wassertropfen. (Marie von Ebner-Eschenbach)

Bildnachweis: Depositphotos 82883616 ; IStock 507335285

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