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Beziehung – Darf ich meinen Partner verändern?

Junges Paar diskutiert

Single-Mann lernt Single-Frau über eine Singlebörse bzw. über ein Dating-Portal kennen und lieben. Beide sind sich nach dem ersten richtigen Date sicher: Dies ist wahre Liebe, eine Beziehung, welche wohlmöglich ein ganzes Leben lang hält. Bereits im Chat-Raum stellten sie beide fest, wie viele Gemeinsamkeiten sie doch haben und auch die Gespräche am Telefon laufen harmonisch und enden stets mit einer liebevollen Verabschiedung.

Nun ist das Dating-Portal zwar das ideale Sprungbrett, eine wundervolle Partnerin respektive einen wundervollen Partner zu finden – doch dies macht sie noch lange nicht zum Garant für die große Liebe, die ewig währt. Wie auch im realen Leben braucht Liebe Zeit und Raum, um sich richtig und dauerhaft entfalten zu können.

Das heißt: eine Liebe bzw. eine Partnerschaft ohne Beziehungspflege oder ohne leichte Anpassung ist sehr gewagt und läuft Gefahr, nach einer gewissen Zeit auseinanderzudriften.

Wenn Single-Mann und Single-Frau bereit für eine Beziehung sind, scheint alles unkompliziert.

Zunächst trifft man sich jedes Wochenende, und da dies kaum ausreicht, fällen beide schließlich den Entschluss, zusammenzuziehen. Und genau hier kann es zu einem mehr oder weniger überraschenden Umbruch in der Beziehung kommen.

„Er gibt mir ständig Anweisungen“ und „Sie verbringt gefühlt zwei Stunden im Bad“

Ob es nun die Zahnbürste oder der Haarkamm, die Socken auf dem Boden oder ein Schmatzen am Mittagstisch sind, wenn Mann bzw. Frau wollen, finden Sie in jeder Suppe ein Haar. Tatsächlich verläuft aber die erste gemeinsame Zeit oft sehr harmonisch, alles ist toll und der Partner bzw. die Partnerin ist die liebste Person auf Erden. Doch nach einer gewissen Zeit schleicht sich der Alltag ein. Stress kommt auf und plötzlich sind da mindestens 10 Fehler, welche am eigenen Partner bzw. an der eigenen Partnerin stören.

Zunächst halten beide Partner sich mit Äußerungen zu dem Thema zurück. Aber irgendwann platzt der Knoten und das Liebespaar wirft sich gegenseitig Störfaktoren vor. Keine Sorge, dieser Vorgang ist normal und kommt daher, dass jeder Partner für sich genommen eine eigene Persönlichkeit darstellt. Wichtig in dieser Situation sind Gespräche. Gemeinsam eine Lösung für Probleme finden, ist wahrlich zielführender, als den geliebten Partner umerziehen zu wollen. Auch wenn er oder sie noch so stark versuchen den Partner auf Biegen und Brechen zu ihrem persönlichen Traumbild zu machen, es wird ihnen, wenn überhaupt, nur im Ansatz gelingen. Und man darf dabei nie vergessen, dass der Partner die von ihm erwarteten Änderungen meist nur unter „Schmerzen“ vollzieht. Dass dies keine Basis für eine gesunde Beziehung sein kann, versteht sich von selbst.

Tipps zur angenehmen, gegenseitigen Anpassung:

  • Reden, reden, reden. Nur durch Austausch von Gedanken und Gefühlen kann kurz- bzw. mittelfristig eine gemeinsame Lösung gefunden werden, die beiden gefällt.
  • Nachsichtig sein! Niemand kommt perfekt auf die Welt. Bevor Sie mit Ihrem Partner schimpfen, sollten Sie schauen, wo Ihre Schwächen liegen und als gutes Vorbild für Ihren Partner daran arbeiten.
  • Stress ist Gift für jede Beziehung. Finden Sie heraus, warum Sie manche Dinge an Ihrem Partner bzw. an Ihrer Partnerin stören. Ärgern Sie sich vielleicht gerade über Ihren Partner, weil Sie schlecht gelaunt sind und unter Stress stehen? Wenn dem so ist, halten Sie bitte einen Moment inne und starten Sie eine kleine Flucht aus dem Stress. Wenn möglich, gehen Sie spontan mit Ihrem Partner oder Ihrer Partnerin Eis essen oder planen einen schönen Kinobesuch für den Abend. Sie werden sehen, mit jedem schönen Gedanken verfliegt der Stress mehr und mehr – und, was Sie an Ihrem Partner bzw. an Ihrer Partnerin eben noch so grässlich fanden, kommt Ihnen jetzt überhaupt nicht mehr dramatisch vor.

Fazit:

Kleine Schwächen hat jeder Mensch. Liebende sollten sich gegenseitig kleine Fehler verzeihen lernen. Gleichzeitig ist es von Vorteil, gemeinsam die Balance in der Beziehung zu finden. Findet ein guter regelmäßiger Austausch statt, lernen beide im ruhigen, respektvollen Ton zu kommunizieren, dann braucht es keine großartige Veränderung. Am glücklichsten ist eine Partnerschaft, wenn jeder der beiden Partner Er-selbst bzw. Sie-selbst bleiben darf. Schließlich kann ein Drängen auf Veränderung eine zuvor gute Partnerschaft gänzlich im Keim ersticken.

Machen Sie es gut bzw. machen Sie es besser und lachen Sie über kleine Irritationen in Ihrer Beziehung, denn diese halten Ihre Liebe lange frisch und gesund.

Bildnachweis: iStock-507546185