Liebe am Arbeitsplatz

Verliebt am Arbeitsplatz

Wir verbringen viele Stunden am Tag mit Arbeit, und damit verbunden auch viel Zeit mit unseren Kolleginnen und Kollegen. Je länger wir im gleichen Beruf, respektive im gleichen Unternehmen arbeiten, desto vertrauter und vielleicht auch sympathischer werden uns die Menschen und so ist eine Liebe am Arbeitsplatz nie ausgeschlossen.

Denn es kommt schon vor, dass das gesamte Kollegium sich nach Feierabend zu einem Mahl in einem Restaurant oder zum beliebten Feierabendbier in einer Wirtschaft trifft. Zudem regen Firmenfeiern, oder auch mal ein gemeinsames Ärgernis (wie ein misslungener Auftrag oder Stress mit dem Chef) unbemerkt zum intensiveren Kennenlernen an. Klar ist es klasse, wenn sich das Team untereinander prächtig verträgt und für einander durch dick und dünn geht – dennoch gibt es eine Linie, welche, wenn sie erst einmal übertreten ist, Probleme aufwerfen kann.

Verlieben sich nämlich Kollegen ineinander oder verliebt sich beispielsweise die festangestellte Lina in ihren Chef, kommt es neben dem üblichen Klatsch und Tratsch auch bald zu unschönen Anspielungen, im schlimmsten Fall sogar zu Mobbing.

Es stellt sich die Frage: Hat Liebe am Arbeitsplatz in irgendeiner Form Zukunft, sollten Betroffene sie verheimlichen, oder ist es besser, sie gleich zu Anfang, um etwaigem Ärger aus dem Weg zu gehen, im Keim zu ersticken?

Gelegenheit, aber auch Langeweile und Frust machen Liebe

Studien belegen, dass Menschen allgemein zu Liebesanbahnungen neigen:

  • Wenn Sie tagtäglich mit immer der gleichen Personengruppe zusammentreffen. Nun könnte man fast behaupten: Gewohntes wird irgendwann reizvoll und regt zu amourösen Fantasien und schließlich zum Flirt an. Und dem ist erstaunlicherweise tatsächlich so. Wird aus einem professionellen Umgangston ein eher lockeres, warmes Miteinander, braucht man oft nicht lange auf die ersten Zuneigungszeichen zu warten.
  • Wenn Gleichgesinnte im Unternehmen aufeinandertreffen. Schon bald erkennt man Gemeinsamkeiten und erfreut sich nicht nur während der Arbeitszeit daran. Gleiche Gedankengänge, gleiche Ideen und Karrierepläne schweißen ungemein zusammen. So kommen beide bald zu der (meist wahren) Erkenntnis, dass sie auch im Privaten ein echtes Dream-Team darstellen könnten. Versuch macht klug. Und viele Verliebte leben diese Vorstellung im Laufe ihres Arbeitslebens dann irgendwann auch aus.
  • Wenn sich die richtige Gelegenheit ergibt. Frei nach dem Motto: „Tausend Mal ganz eng zusammengearbeitet, aber erst beim tausendeinsten Mal hat es kräftig klick gemacht!“
  • Wenn der nette Kollege vollkommen im Stress untergeht, zudem seine Frau sich von ihm trennen will und er sichtlich eine Schulter zum Anlehnen braucht. Ein Unglück bleibt selten in den Kleidern stecken. Mann nimmt die Sorgen mit zur Arbeitsstelle und sucht in den Pausen vielleicht nach jemandem, mit dem man sich über seine derzeitige Situation austauschen kann. Wer eignet sich besser dazu als die empathische Kollegin, die Mann schon immer mochte? Und schon kommen Mann und Frau sich näher, das Vertrauen vertieft sich und die Liebe erwacht, jedenfalls vielleicht!
Wenn aus anfänglicher Sympathie zum Kollegen plötzlich mehr wird

Ist Liebe am Arbeitsplatz denn eigentlich erlaubt?

Ist es nicht schön, jeden (Arbeits-) Tag mit einem Lächeln auf den Lippen zu erwachen und sich extrem auf die kommenden Stunden zu freuen? Karin B. empfand dies jedenfalls so. Fröhlich pfeifend fuhr sie zur Arbeit und kehrte nachmittags mit einem noch breiteren Grinsen im Gesicht stressfrei von der Arbeit zurück. Der Grund für Ihre Glücksgefühle war Kai M.

Beide arbeiteten in der gleichen Marketingabteilung eines renommierten Unternehmens. Bei einer Betriebsfeier kamen sie sich schließlich näher. Und ab dann waren „Rosa Wolken“ im Büro an der Tagesordnung. Trotzdem beschäftigte beide gleich schon die Frage: „Dürfen Liebespaare in der gleichen Abteilung zusammenarbeiten, oder kommt irgendwann Frust im Kollegium und bei den Vorgesetzten auf – was vielleicht zur Kündigung führt?

Wie ist die rechtliche Lage? Generell spricht nichts gegen die Liebe am Arbeitsplatz. Es sei denn, und hier steht ein großes Ausrufezeichen, die Arbeitsleistung leidet deutlich darunter. Da bestimmte Klauseln im Arbeitsvertrag wie beispielsweise „Liebeleien unter Mitarbeitern sind strengstens untersagt!“ das Persönlichkeitsrecht der Arbeitnehmer verletzen würden, sind diese auch nicht zulässig.

Liebe am Arbeitsplatz: so läuft alles rund!

Wer seine Arbeit ordentlich erledigt, sich zu Bürozeiten in Beherrschung übt und die Beziehung nicht verheimlicht (also offen mit Kollegen darüber spricht) ist ein echter Glückspilz. Er oder sie dürfen die Nähe ihres Schatzes sowohl zu Hause als auch auf der Arbeit genießen.

Oft beflügelt die Liebe am Arbeitsplatz und lässt die verliebten Kollegen zu Höchstleistungen auflaufen – was wiederum dem Kollegium und dem ganzen Unternehmen zu Gute kommt.

„Liebe ist nicht das was man erwartet zu bekommen, sondern das was man bereit ist zu geben.“ (Katharine Hepburn)

Bildnachweis: Depositphotos 184748472, 184746372

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