„Freundschaft plus“- kann das funktionieren?

Goldenes Herz auf schwarzen Hintergrund mit plus-Zeichen auf rechts unten

Was wenn aus Freundschaft keine Liebe, sondern eher so ein Gemisch aus etwas mehr als „Gernhaben“ und etwas weniger als „innige, ehrliche Zuneigung“ erwächst?

Ehrlich gesagt, ist diese benannte Zusatzvariante „Freundschaft plus“ nicht ganz so selten, wie man vielleicht denkt. Gerade bei den Twens, aber auch bei den über Dreißigjährigen ist dieses Sondermodell schon fast so etwas wie eine moderne, zulässige Beziehungsform.

„Zulässig“ ist es auf jeden Fall. Ob es der Beziehung bzw. dem Paar selbst guttut, liegt wie so oft ganz im Auge des Betrachters. Sicherlich ist es angenehm, ein Schäferstündchen bei der besten Freundin zu verbringen. Für den Moment darf Frau sich gerne auch als seine echte Partnerin fühlen (gilt anders herum natürlich auch!). Nachdem das süße Liebestündchen in die Normalität des Alltags übergeht, reißt das zarte Band der Liebeseuphorie. Zurück bleibt eine sehr gute Freundschaft, in der man sich gegenseitig alles anvertraut, aufeinander baut, aber dennoch getrennte Wege geht bzw. das gewollte Single-Leben weiterlebt, als wäre nie etwas passiert.

Freundschaft plus = Offene Beziehung?

Klingt cool, klingt vorteilhaft sowie bequem und so wunderbar offen. Tatsächlich könnte man beim näheren Hinschauen, „Freundschaft plus“ mit einer offenen Beziehung verwechseln, in der jeder der beiden Partner auch mal neue Liebesufer aufsuchen darf-  ohne dafür von der Liebsten oder dem Liebsten gemaßregelt zu werden. Eine offene Beziehung darf somit nur leicht mit dieser Form gleichgesetzt werden. „Freundschaft plus“ steht nicht direkt für Partnerschaft. Sie lehnt zu viel Nähe und Verantwortung ab, kann dafür aber sehr viel an Wärme und Rückhalt schenken.

Mann und Frau halten sich an den Händen
Wenn aus Freundschaft mehr wird…

Warum entscheiden Frauen und Männer sich für „Freundschaft plus“?

Steckt hinter der Entscheidung purer Egoismus oder etwa eine unterschwellige Angst vor einer Bindung auf Dauer? Auch hier scheint es mannigfaltige Gründe zu geben, die letztlich zu einer „Freundschaft plus“ führen.

Die fünf wichtigsten Gründe für das „Freundschafts-plus-Modell“:

  1. Man fühlt sich unsicher. Ist sie oder ist er tatsächlich der Traumpartner. Wahre Liebesgefühle hegt man andeutungsweise oder gar nicht. Wird sich das noch ändern?
  2. Zu jung für eine enge Beziehung ist eine Begründung, welche gerne herangezogen wird. Es stellt sich die Frage nach dem Reifegrad, und ob man sich denn jemals beziehungsbereit fühlen wird (innere Einstellung zu einer Beziehung allgemein überprüfen!)
  3. „Das hat bei Freunden über Jahre wunderbar funktioniert. Sie sind bis heute noch sehr gute Freunde, obwohl beide in der Zwischenzeit einen Partner gefunden und gleich darauf geheiratet haben.“ Ob es dennoch zu romantischen, vielleicht sogar heimlichen Treffen kommt, steht in den Sternen. Sicher ist: hinter solch einer wirklich extrem langen „Freundschaft plus“, stand am Ende wirklich nur Freundschaft mit dem Extrakick. Intime Momente erfolgten just in schwachen Momenten. Ob das von beiden Personen wirklich so gewollt war, und ob sich nicht doch einer der Betroffenen insgeheim mehr erhofft hätte, wer weiß!
  4. Mann oder Frau möchten sich gerne ausprobieren, so lange sie auf dem „Partnermarkt“ hoch gehandelt werden. Eine feste Beziehung kommt wenn überhaupt erst viel später in Frage. Wann ist unklar, vielleicht sogar nie!
  5. Freundschaft ist immer da, Liebe ist vergänglich. Man kann ja dennoch intim miteinander werden. „Aber so eine richtige Beziehung tue ich mir persönlich nicht an.“ Der Streit meiner Eltern brachte mich als Kleinkind regelmäßig zum Weinen. Auf diesen Nervenstress kann ich gut und gerne verzichten. Viel besser lebt es sich mit „Freundschaft plus“, bei der es je nach Gefühlslage, ganz ohne Verpflichtung, auch einmal etwas mehr sein darf.
„Freundschaft plus“ – Kann das gut gehen?

Fazit:

Ob eine „Freundschaft plus“ Bestand hat, oder ob bei diesem Modell nicht doch ein Herz auf der Strecke bleibt, ist ungewiss. Oft traut sich der liebende Part, seine wahren Gefühle dem Freundschaft-plus-Verfechter nicht zu gestehen. Man könnte durch das Liebesgeständnis alles, auch die schöne Freundschaft, zerstören. Und dies möchten viele Menschen lieber nicht riskieren. Natürlich kommt es vor, dass beide Parteien die gemeinsam beschlossene Variante absolut klasse und passend finden. In diesem Fall herrscht auf beiden Seiten Harmonie und Zufriedenheit. Bestehen kann die angesagte „Freundschaft plus“ dann, wenn keine Gefühle verletzt werden. Gegenseitiger Respekt und auch Rücksichtnahme würzen die „Mehr-Freundschaft-als-Liebe“-Beziehung.

Das bedeutet: wer eine „Freundschaft plus“ willentlich ansteuert, sollte mit dem Freund bzw. mit der Freundin Rücksprache über bestehende Gefühle halten. Wichtig ist auch, sich stets aufs Neue zu fragen, ob man sich wirklich in dieser etwas außergewöhnlichen Situation wiederfindet, zufrieden und glücklich ist. Können beide „Freundschaft-plus-Kandidaten“ sich mit allen etwaigen Widrigkeiten und auch Änderungen arrangieren, kann diese Art der Beziehung sehr beglückend und erfüllend sein!

Bildquelle: Pixabay Video:Youtube https://youtu.be/KAfnbaBcQf4

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